Wie D-Facto Motion 162 Folgen AD gestemmt hat

Das lief so unkompliziert. Das war ein ziemliches Fest, muss ich sagen.

Hallo Wolfgang, stell dich doch mal kurz vor.

Ich bin Wolfgang Liebig, Redaktionsleiter bei D-Facto Motion. Wir sind ein Postproduktionsunternehmen und arbeiten an ganz vielen deutschsprachigen Produktionen. Wir sind eigentlich ab Ende des letzten Drehtags involviert und unterstützen den gesamten Produktionsprozess bis zum fertigen Film.

Was uns dann von anderen Produktionshäusern abhebt, ist, dass wir uns irgendwann gesagt haben, hey, das Thema Barrierefreiheit, das ist nicht irgendwas, was so hinterher fällt und was dann andere für uns machen und wir müssen darauf warten, sondern das übernehmen wir einfach selber mit.

Und deswegen haben wir innerhalb von D-Facto Motion eine feste Redaktion aufgebaut. Diese gehört wirklich explizit mit zum Team. Festangestellte Autoren und Autorinnen schreiben Audiodeskriptionen und SDH direkt im laufenden Postproduktionsprozess, weil wir frühzeitig an das Material herankommen.

Welche Tools habt ihr vor Frazier genutzt?

Bevor wir umgestiegen sind, hatten wir wenige festangestellte Autoren und Autorinnen. Sie waren gleichzeitig für das Schreiben von Audiodeskriptionen und das Schreiben von SDH trainiert und haben entsprechend die Texte in EZTitles geschrieben.

Und die externen, die wir beauftragt haben, die haben in aller Regel wirklich ganz klassisch in Word geschrieben. Es gab aber einige, die haben tatsächlich eine kostenlose Version von EZTitles genutzt, weil das wohl einer der wenigen frei erhältlichen Player war, der einem Timecode angezeigt hat.

Wie lief die Zusammenarbeit?

Da bin ich mir gar nicht hundertprozentig sicher, ob man in EZTitles eine Chance hatte, clever zusammenzuarbeiten. Da gab es auch keine Kommentarfunktion. Wir haben dann klassisch Word Dokumente geteilt und dort Kommentare gesetzt.

Intern mag das noch gut funktioniert haben. Spätestens bei externen Kollegen und Kolleginnen wusste man nie, ob man ein Dokument zurückbekommt, das funktioniert. Stehen da Kommentare drin, die ich umsetzen muss? Habe ich Änderungen, die ich annehmen soll? Das Potenzial, sich gegenseitig Dokumente kaputt zu redigieren, war durchaus real.

Das war immer so ein bisschen eine Überraschungstüte, weil man nicht wusste, kriegt man ein Dokument zurück, das funktioniert, oder muss ich hinterher alles komplett nochmal durchlesen.

Warum seid ihr zu Frazier gewechselt?

Wir hatten in EZTitles einen coolen Workflow, der gut funktioniert hat. Der springende Punkt aber war, dass wir unser Team vergrößert haben. Es kamen neue Kolleginnen dazu, die EZTitles nicht kannten. Und gleichzeitig hat das ZDF signalisiert, dass es sich freuen würde, wenn man eine Plattform nutzt, auf der wirklich kollaborativ gearbeitet werden kann. Und das sollte Frazier sein.

Funktioniert die Kollaboration?

Ich lade das Video einmal hoch, schicke eine Einladung an das Team und fertig. Alle Fragen rund um Dateizugang, Videoverteilung oder Lektorat sind auf einmal gelöst. Das ist so eine Selbstverständlichkeit, das macht es für mich wirklich deutlich leichter. Egal wer von uns ein Projekt vorbereitet, der hat dann einmal mit den Dateien zu tun, danach ist es halt fertig. Und das macht die Zusammenarbeit sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viel leichter.

Habt ihr ein konkretes Projekt, das zeigt, was das in der Praxis bedeutet?

Wir hatten die Daily Soap „Frieda mit Feuer und Flamme” mit 162 Folgen. Wir wussten von Start an, dass die Produktion sehr eng getaktet ist. Das hieß, wir mussten während des Picture Locks anfangen und haben ein großes externes Autorenteam zusammengestellt, das wir kontinuierlich mit Material versorgt haben. Jede Folge kam rein, die Autorinnen wurden eingeladen, die nächste Folge kam, die nächsten kamen hinzu. Und das lief einfach durch.

Das Lektorat lief intern parallel. Der Planungsaufwand war groß, aber der Aufwand, das in der Praxis umzusetzen. Auch wenn dann alles anders kam, und wir mehr Zeit hatten, war unser Prozess so sauber geplant und problemlos umsetzbar, dass die Textarbeit reibungslos dem eiligen Plan folgen konnte. Das war wirklich ein Fest.