
Wie Frazier Elisabeths Alltag erleichtert
Ich bin wesentlich schneller geworden. Ich glaube tatsächlich, ich mache ein Drittel mehr seitdem.
Hallo Elisabeth, stell dich doch mal kurz vor.
Ich beschreibe seit 2013 Hörfilme und bin sehend. Ausgebildet wurde ich beim BR, danach habe ich im klassischen Dreierteam gearbeitet. Eine sehende Person beschreibt, eine tippt, ein blinder Kollege textet. Ich bin sehr gründlich geschult worden, wofür ich den Kollegen heute noch dankbar bin.
Meinen Schwerpunkt habe ich im Schreiben, mache aber auch sehr gerne Redaktion, unter anderem für Deutschlands einzige Daily mit AD. Und ich beschreibe besonders gerne Serien, die sind einfach mein Ding.
Wie hast du früher gearbeitet? Was war der Workflow damals?
Steinzeit. Ich habe meinen Text in Word geschrieben, dazu lief auf einem Extra-Bildschirm der VLC-Player. Kein Witz. Du musstest Player und Tastatur gleichzeitig bedienen, also permanent stoppen, Timecode abtippen, stoppen, Text schreiben, weiter. Das war unglaublich mühsam. Und natürlich hattest du ständig falsche Timecodes, Zahlendreher, und wenn du in einem späteren Durchgang etwas geändert hast, musstest du alles manuell anpassen.
Wie bist du dann zu Frazier gekommen?
„Marit hat mich gezwungen. Danke, Marit.” Sie hat mir immer erzählt, da gibt es ein neues Tool, das ist ein Gamechanger. Mein erster Reflex war: ja, ja, red nur, lass mir mein geliebtes Word.
Irgendwann gab es dann ein Projekt, bei dem ich keine Wahl mehr hatte. Marit hat mich geschult, und danach habe ich mir sogar noch ein extra Coaching bei ihr gegönnt, um wirklich alles zu kennen. Und dann habe ich das gleiche Spiel mit einer Kollegin von mir gespielt, die genauso skeptisch war. Ihr erster Kommentar danach: „Warum habe ich das nicht eher gemacht?”
Was hat dich sofort überzeugt?
Die Schnelligkeit. Dass ich mir das TC-Schreiben spare. Dass ich die Waveform habe und sofort sehe, wo die Lücken sind. Ich muss nicht mehr mühsam rumpuzzeln. Wenn ich einen Block verschiebe, wandert alles mit, im Bruchteil einer Sekunde. Das war das, was mich sofort gepackt hat.
Als Redakteurin kommt noch etwas Entscheidendes dazu. Ich habe alles in einem Bild. Ich kann den Film durchlaufen lassen und mich viel mehr auf Bilder und Text konzentrieren. Kein ständiges Umschalten zwischen VLC und Word mehr, kein Herumhantieren mit zwei Programmen gleichzeitig. Ich sitze entspannt vor einem kompletten Film mit Ton, mit Bild und kann sofort loslegen.
Wie hat sich dein Workflow insgesamt verändert?
Ich bin wesentlich schneller, ich mache viel mehr und es ist weniger anstrengend. Ich habe alle Projekte in einem Tool, Auftraggeber schalten mich direkt hinzu, das zeitraubende Rauf- und Runterladen ist weg. Und dann noch die Stimme. Ich habe früher mehrere Stunden am Stück meine Texte eingesprochen, war danach oft heiser. Heute bin ich beim Durchlauf tiefenentspannt, drücke auf Abspielen und die KI-Stimme liest mir vor.
Gab es für dich einen besonderen Aha-Moment?
Ja, als ich endlich alle Shortcuts drauf hatte. Ich habe geheult, als ich angefangen habe, weil ich null Technik-Verständnis habe. Und dann irgendwann hatte ich es drauf, die Schnelligkeit war da, und es lief. Dieses Gefühl, dass man auf einmal einfach mehr schafft. Das ist das, was bleibt.
Also kein Weg zurück?
Niemals. Und ich mache inzwischen ungehemmt Werbung dafür. Ich finde es einfach toll.